“Mit K -Tour” Oktober/November (Teil 2: ALKOHOL)

Haben uns jetzt noch mal ein paar ältere Blok-Einträge angeschaut. Irgendwie kommen wir echt ganz schön Alki-mäßig rüber.

Aber ernsthaft: Jeden Abend steht da dieser Kühlschrank vor uns. Voller Bier, Schnaps und anderen Leckereien. Alles kostenlos. Und das ist ja alles auch nicht ewig haltbar. WAS WÜRDET IHR TUN? 

Und so endet es oft, wie es eben enden muss: Verpasste Busabfahrtszeiten, laut und falsch mitgesungene Songs, theatralische Liebesschwüre, die berühmten Fast-Schlägereien und immer wieder der schmerzhafte nächsten Morgen. Schamvolle Stille am Frühstückstisch. Rotunterlaufene Augen.
“Heute geh ich auf jeden Fall früh ins Bett!” 
“…ja, egal. Ein Bier trink ich.”  
 

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Die Gang ist unterwegs. Sex on the Beach mit einem zwinkern bestellen..

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Pure Eskalation. Ausrastung ohne ende.. Party, party.

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Hakan sieht dich. Du entkommst ihm nicht. 

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Leif Boe reitet seine Bandkollegen zu. Der Kumpel rechts ist einfach viel zu nüchtern. Können wir ja nix dafür.

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Korrekte Flasche. Alte Diskussion: Schreibt man Wodka mit “V” oder mit “W”?

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Es kommt ja immer auf die inneren Werte an. 

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Egal wann und wo der Gangnam-Style getanzt wird, wir sind dabei!

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Glück. Pures, ehrliches Glück!

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Eine schwebende Ananas. Ganz normal für uns.

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Der böse Pappmann. Erzählt sehr gestenreich und energisch. Chris hört zu.

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Lässig an Freiburgs Stadtmauer pinkeln. Ohne sich großartig zum Affen zu machen.

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Wodka und Jägermeister sollte man unbedingt abwechselnd mit ganz viel anderem Zeugs durcheinander trinken. Dann gehts euch am nächsten Morgen super. Versprochen. 

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Triff uns im Club. Breakdance-Battle. Alle anderen: Chancenlos!

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Dieser nette Onkel spielt Gitarre bei einer total hippen Pop-Band. Wirklich!

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Konzert vorbei! “Saufäääään!”

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Hakan schreitet zur Tat! Fotos werden gemacht. Vom Mädchen, was sich heute
in der Schule die ganzen Arme mit Filzstift vollgemalt hat.

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Power! Der hat sich auch den Unterarm vollgekritzelt.

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Luftgitarren-King! “I was born. In a crossfire-hurricane!”

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Felix glaubt das ja nicht. Aber vor kurzem wurde er als “Whoo-Girl” bezeichnet.

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“Folgt mir, Männer!” “Da vorne ist Afrob. Der weiß garantiert wo die Party ist!”

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Überall Konfetti. Noch Wochen später in sämtlichen Taschen.

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“Früher hat man sich noch unterhalten.” “Ja, früher hat man sich auch noch Tribals tätowiert.”

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Vorm ins Bett gehen immer ordentlich die Zähne putzen.

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Bestes Katerfrühstück? Frischer Döner!

“Mit K -Tour” Oktober/November (Teil 1: LIEBE)

Wir sind KRAFTKLUB. Wir gehen auf Tour. Immer. Das ganze Jahr über. Solange bis alle sagen, “Ooch, die hab ich jetzt schon zehnmal gesehen. Reicht dann auch”. 

Mittlerweile hat sich Steffen Instagram aufs Handy gemacht. Leider erst nach der Tour. Clever.

Zuletzt haben wir noch jeden Tag Einweg-Kameras bei Roßmann gekauft. Die haben wir unter uns verteilt. Sprich verloren. Die Übriggebliebenen jetzt endlich mal geschafft zu entwickeln. Entwickeln lassen. Eigentlich nur für uns privat. Ein paar “Sexy-Party-Pics” (Port01-Voice) wollen wir euch aber nicht vorenthalten. 

Hier also die Bilder professioneller Fotografen..

Der erste Teil. Er heißt LIEBE. Weil, naja, erklärt sich ja von selbst..


Diese ganzen Menschen auf der Tour. Wunderschön. 


Karl und dieser eine von Mando Diao. So RICHTIG im Modus.


Auch die härtesten Typen brauchen Nähe und Zuneigung. Kuscheln im Nightliner.


Felix allein im Bett. Im Dunkeln immer bisschen Angst. Trotz rosa Bettwäsche. 


Klar, Stress auf Tour. Aber Zeit für den Frisörtermin ist immer. 3-Wetter-Taft,
sexy look. Vierkant-Lebenseinstellung.


“…kommt wieder raus: Pony weg!” Super Witz! Karl und Peter Gurkenglas.


Hardcore-Fan. Gleich rennt er in den Pit. “BLUTPOGO!!!”


Harte Männerküsse müssen wehtun. Beiden.


Harte Männerküsse müssen.. äh, ne. Eigentlich sieht das ziemlich zärtlich aus.
Danny links im Hintergrund darf nicht mitmachen. Und ist bisschen traurig.


Ein verschwitzter Max Marschk. Da kann das Model aus der Pepsi-Werbung einpacken.


Voll auf dem Boden geblieben: Der 5-Stunden-Waschgang-zur-Hölle.


Voll auf dem Boden geblieben: Busfahrt in die Stadt. “Till, deine Schwester hat angerufen. Sie hätte gern ihre hellblaue Tasche zurück!”


Karl. Hottest Boy in the Universe. Fitzel-Bart-Galore! 


“Gib mir deine Stiefel. Und deine Lederjacke. Und dein Motorrad!”


Katy Perry wäre stolz auf euch, Mädchen.


Noel ist immer dabei. In rosa Glitzer. So hätte er sich das gewünscht.


“Bass. In. Euer. Gesicht. Hähä!”


Raphi hasst uns. Mit was? Mit Recht!

Tag 10 bis 12 - Cali (Kolumbien)

“Also da wo wir das Konzert ursprünglich geplant hatten ist es momentan bisschen ungünstig.” Wurden wir am Flughafen begrüßt von Ingrid. Unsere Ansprechperson in Cali. Und Professorin an der öffentlichen Universität. “Vor drei Tagen wurde auf unserem Campus ein Polizist erschossen. Ist zur Zeit schwierig da. Also, wir hätten das Konzert machen können, aber mit Tränengas und Ausschreitungen rechnen müssen.” Ach, ne lasst mal.

Dann lieber in der behüteten Privatuni mit Stacheldraht-Zaun. Was auch super war. Aber nach dem Konzert meinten natürlich alle Kolumbianer zu uns, wir hätten an der öffentlichen Uni spielen müssen. “Aber dort werden Polizisten erschossen!” “Das ist nicht wahr! In Wirklichkeit werden die Studenten von der Polizei erschossen.” Ach, na dann..

Tagsüber schön im Country-Club abgehangen und Bundesvision-Songcontest verfolgt. Im Internet. XAVAS ist ja mega schlimm! Tennis gespielt haben wir auch noch. Und hübschen Kolumbianerinnen beim Tennis spielen zugeguckt. Super Tag!

Abends Konzert und dann zur Salsa-Privat-Party! Das war vielleicht ne Nummer. Wir trottel-Gringos ja sowas wie die Antithese zu allem wofür Salsa steht. Dementsprechend haben wir auch nur an der Wand gelehnt und versucht wenigstens halbwegs europäisch-cool auszusehen. Hat nicht funktioniert. 

Sind dann  -wahrscheinlich aus Mitleid- mit einbezogen worden. Ein paar besonders nette Mädchen haben uns gezeigt wie die simpelsten Schritte funktionieren. Sah höchstwahrscheinlich total unpeinlich aus. 

Ja, und dann wars das schon wieder mit unserem Kolumbien-Trip. Haben jetzt erstmal genug Geschichten erzählt. Die hauen wir ja nicht alle im Blok raus. Damit beeindrucken wir Mädchen in Deutschland. Ha!

Euer KRAFTKLUB
 


Felix denkt über das Leben nach.
 

Zur Not hätten wir halt damit gespielt.
 

Profiposen. “Aber bei diesen Platzverhältnissen kann ich nicht spielen!”



Ole und Karl checken den BuViSoCo-Zwischenstand.



Steffen hat immer noch mit leichtem Sonnenbrand zu kämpfen.
 

Die “weißen Würstchen”, wie wir liebevoll genannt wurden, verabschieden sich.

 
Tag 8 bis 9 - Medellin (Kolumbien)

Absurditätslevel auf einem neuen Niveau. Kolumbien ja eines der Länder mit gigantischer Spanne zwischen arm und reich. Die, die arm sind, sind halt so Wellblech-Favela-arm. Und die Reichen sind dann aber auch gleich mal so RICHTIG reich. 

Für die Uni, an der wir gespielt haben zahlt man dreieinhalb tausend Dollar Gebühren. Pro Semester! Student zu uns: “..und das ist für Kolumbianer echt viel Geld.” Äh, ja.

Passend dazu haben wir auch in einem luxeriösen Hotel genächtigt, sind aber tagsüber im Rest der Stadt rumgelaufen. 

Das sieht dort echt original aus wie in City of God. Tausende Wellblechhütten am Steilhang. Echt beeindruckend. Da fährt man mit einer Seilbahn hoch und kann auf die ganze Stadt blicken. 

Am ersten Tag Konzert in einem Museum. Vorher noch Führung durch die laufende Ausstellung. Luis Camnitzer. Ein ziemlich berühmter Konzeptkünstler. 

Da kam man in so einen Raum, der voll mit Seiten aus einem uruguayischen Telefonbuch war. Einer meinte, wir sollten die uns mal ganz genau ansehen. Auf den meisten Seiten gab es nämlich zwischendrin Nummern zu denen die Namen fehlten. Camnitzer hatte die Menschen rausgelöscht, die seit der Militärdiktatur in den 70er, 80er Jahren immernoch “vermisst” werden. Nummern, bei denen nie mehr jemand rangehen wird. Ganz schön gruselig. 

Das zweite Konzert im Hörsaal der Universität mit den absurden Semesterbeiträgen. Festverschraubte Sitzreihen drin. Da haben wir uns bisschen geärgert. Aber alles unbegründet. Die Leute sind aufgestanden, auf die Stühle geklettert und komplett ausgerastet. Das war echt abgefahren. Mit Abstand krassestes Konzert der Tour. Wall of Death zwischen Sitzreihen!! 

Nachts waren wir in einem Park. Komplett voll mit jungen Leuten. Alle abgechillt, Skateboard gefahren und Bier getrunken. Haben uns die ganze Nacht unterhalten. Bisschen so wie die Sommerabende in Deutschland eigentlich. 

Zwischendrin immer mal wieder zur “Shot-Bar” rüber. In Kolumbien trinken die aber anders Shots als wir hier. Das wird zelebriert, hossa!

Wir kamen rein, da stand erstmal die Theke in Flammen. Ohrenbetäubende Raggaeton-Musik. Leute die einen bestimmten Schnaps bestellt haben, haben vom Barkeeper mit einem Gummihammer auf dem Kopf bekommen. Die Mädchengruppe vor uns hat so einen Baileysartigen Likör getrunken. Der kam aus einer Flasche mit einem Dildo als Flaschenhals. Die  haben dann den Mund aufgemacht, Zunge rausstreckt und sich vom Barkeeper die Flasche, also den Pimmel ins Gesicht halten lassen. Tosender Applaus in der Kneipe. Wir waren beeindruckt. 

Alles in allem der schönste Halt der Tour. Mädchen aus Medellin, wir denken an euch. Auch, wenn wir nicht so viel von Brustimplantaten halten.

Grüße,

euer KRAFTKLUB


Auf manchen Dächern stand, dass man sie mieten kann. Interessiert?


Steffen am Flügel! Stand dort rum.


Felix zum ersten mal in einem Hörsaal.


Karl hat sich ein kleines Stück Pizza geschossen.


Kennt ihr Coyote Ugly? So bisschen so war das. Aber halt mit Barkeepern.


Vorn die Hochhäuser, hinten die äh.. Viertel die man nicht bei Nacht betreten sollte.


Poolabgängsterung.


Schrumpelhände durch übertriebenes Poolabgängstern.
Tag 4 bis 7 - Cartagena (Kolumbien)

Bogotá war ja noch angenehmes Klima. In 2.600 Meter Höhe ist auch in Kolumbien Pullover-Wetter.

In Cartagena allerdings.. Wir aus dem Flieger raus, gelaufen gegen eine Wand aus heißer, erschlagender, feuchter Luft. Karibik ist Temperaturmäßig echt ne andere Nummer..

Die Stadt kann man sich so bisschen vorstellen wie eine Mischung aus Miami und Havanna. Also, die Hochhausgegend plus Altstadt zumindest. Den Rest der Stadt nicht. Das hat man in Bogotá schon so bisschen gemerkt. Da waren wir aber noch in einem reichen Stadtviertel untergebracht. Kolumbien ist nämlich echt bisschen gruselig manchmal. Natürlich auch durch die ganzen Sachen die man hier an jeder Ecke hört. Die Deutschen, die hier wohnen haben alle spitzen Geschichten auf Lager. „Also, ich hab einen Kumpel, den haben sie letztens in der Disco angeschossen.“ „Verrückt, meinen Kumpel auch! Aber im Taxi. Und nicht angeschossen, sondern angestochen“
Aus diesem Grund ist Ole mitgekommen. Ole ist der Manager der Durango Riots, unsere schwedische Kumpel-Band. Daher kennen wir ihn und haben gefragt, ob er Bock hat mitzufahren. Ole ist nämlich groß und breit und hat einen schwarzen Gürtel im Judo. Wirklich!

Na, jedenfalls gabs in Cartgena ein, zwei Situationen, wo wir froh waren, dass Ole am Start war. Einmal wollten uns irgendwelche Typen vor einer Bar abziehen. Das war gar nicht so einfach für die. Die haben uns nicht verstanden und wir sie auch nicht. Die Typen haben uns dann in hanebüchenendem Englisch versucht zu erklären, dass sie nichts zu verkaufen haben, aber trotzdem Geld wollen. Irgendwann hatten wir es dann begriffen. Da hat sich dann Ole dazwischen gestellt und böse geguckt. Die waren davon erstaunlich unbeeindruckt. Haben irgendwas erzählt und einer die Hand hinterm Rücken gehabt. So „Ich hab ein Messer“-mäßig.. Das war echt bisschen creepy. Haben wir gedacht „nützt ja nichts“, schnell den guten alten „guck mal da, ein aufgegessener Keks“-Trick gemacht und sind in die Taxis geflitzt.

Auftritte hatten wir einen Wunderschönen, im Innenhof eines ehemaligen Klosters. Laue Sommernacht, unter freiem Himmel, alle getanzt, die Bühne umringt von Menschen.
Aber wir hatten auch einen extrem absurden Auftritt im Hardrock Café. Hilfe, dass war vielleicht schräg. Mitten am Tag. Die haben da an Tischen gesessen und ihre Burger gemampft. Während wir gespielt haben. Wir haben uns dann einen Witz draus gemacht und eine super extrovertierte Show gespielt. Felix ist wie Billy Elliot durch die Reihen getanzt. Das war sehr peinlich. Aber auch sehr lustig.

Am nächsten Tag waren wir am Strand. Also Strand klingt fast ordinär, wenn man ausdrücken will wo wir da waren. Türkisfarbenes Wasser. Der Sand schneeweiß wie äh.. kolumbianisches Porzellan. Ohne Mist, dass sah alles aus wie in Fluch der Karibik. Apropos Fluch. Wisst ihr was hier voll angesagt ist? Riesige Ärsche. Umso kurioser das Verhältnis Hintern-zu-Rest-des-Körpers, desto besser. Deshalb sind hier auch -Achtung- ARSCHIMPLANTATE sehr verbreitet. Verrückt oder?

Und wie ja schon angedeutet am Anfang. Karibik-Wetter auf einem anderem Level. Unser Tag im Paradies hat Spuren hinterlassen. Vor allen Nico und Steffen sehen im Gesicht und auf dem Rücken aus wie Rotlicht-Reklamen. Aber alles nichts, was ein, zwei Cervezas nicht wieder gerade biegen könnten. Hach, das ist schon echt schön hier.

Zum Abschluss wieder ein Zitat von Ingolf Bruckner, dem seltsamen Autor unseres Kolumbien Reiseführers. „Auch kehren statistisch gesehen neun von zehn Entführungsopfern irgendwann (!) lebend in die Arme ihrer Liebsten zurück. Also keine Panik. Doch mit gutem Recht zieht der deutsche Staat – wie 2009 in einem höchstgerichtlichen Urteil bestätigt – freigekaufte Entführungsopfer hinterher finanziell zur Verantwortung: Es kann wohl kaum angehen, dass der im Schweiße seines Angesichts arbeitende Steuerzahler die Abenteuerlust und Risikofreude einzelner Exentriker bezahlt.“ Haha, das steht da wirklich so drin..

So, Corinna Karl, reicht das jetzt für deinen nächsten Artikel in der Sächsischen Zeitung? Wenn nicht, dann schreib einfach in die Überschrift, dass wir auch noch nach Waffen und Sprengstoff untersucht wurden. SO WIE ALLE ANDEREN FLUGÄSTE AUCH.

Kuss,
KRAFTKLUB


Ole, el Gigantico!


Tropischer, pisswarmer Regen. Voll geil!


Palmen, haufenweise tanzende Menschen. Im Hof eines Alten Klosters…


Carlos, el colombiano!


Felix, el stupido!


Till, el loco!


Max, el sibarita!


Steffen, el.. ach, keine Lust mehr, die spanischen Übersetzungen zu suchen.

Tag 1 bis 3 - Bogotá (Kolumbien)

Ab geht’s nach Kolumbien. Huiuiui. Ganz schön aufgeregt. 13 Tage, 9 Konzerte.
Im Flugzeug kann man Marvel Avengers, Men in Black 3 und Moonrise Kingdom gucken.. Moonrise Kingdom ist cool.

Karl und Max mit Hauptgewinn. Sitzreihe ganz hinten im Flugzeug. Ohne Beinfreiheit und nicht verstellbaren Sitzen. 12 Stunden Flug. Herzlichen Glückwunsch.

Am Flughafen angekommen Maschinenpistolen und Drogenhunde.. Werbeplakat: „Colombia: The only risk is wanting to stay.“
Philipp musste sein ganzes Fotozeugs auspacken. Das wurde dann nach Koksspuren untersucht. Naja, aber Philipp sieht halt auch bisschen verdächtig aus mit seinem Escobar-Gedächtnis-Schnauzbart..

Abends noch was Essen gewesen. Alle fast am Tisch eingeschlafen. Erste Anzeichen des Jetlags. Haben wir wirklich unterschätzt. Irgendwie waren wir echt die vergangenen drei Tage durchweg Müde.. Müde im Auto. Müde beim Soundcheck. Immer Müde!

Erstes mal gespielt haben wir dann auf dem Dach der Universität. Blick über ganz Bogotá. So vor Studenten der Uni und vor Leuten vom Goethe-Institut. Die sind voll korrekt übrigens. Überhaupt nicht so akademisch zugeknöpft wie man sich das vorstellt. Alle interessante Geschichten zu erzählen..
Die nächsten zwei Konzert waren dann so richtige Konzerte. Und wie das da abging hat echt alle vom Hocker gehauen. Ob ihrs glaubt oder nicht. Mitten in Kolumbien. 500 Leute versuchen „Ich will nicht nach Berlin“ mitzusingen. Mit lustigen Akzent. Und Pogo tanzen die. Und alles.
Da waren wir ganz schön baff. Die vom Goethe-Institut auch. Das zweite Konzert war auf einem großen öffentlichen Platz. Das machen die hier anscheinend öfters. Donnerstag Nacht mitten in der Stadt Konzerte. Kostenlos. Und da war dann vielleicht was los. Haben wir uns echt ganz schön geehrt gefühlt.. Mit Bandvorstellung: Max „el batterist“ hat mit Abstand den größten Applaus eingeheimst. Die scheinen hier auf Schlagzeuger zu stehen. Nur so können sich das die anderen erklären.

Nachts waren wir dann das erste mal aus. Der Dj einer Radioshow, bei der wir am Nachmittag zum Interview waren, hatte uns eingeladen. Der Club in einem mehrstöckigen Haus. Die ersten zwei Etagen Dancefloors mit Raggaeton und Dancehall. Is hier sowas wie Schlager. Das singen ALLE mit.
Bester Floor war aber der auf dem Dach. Voll krass. Tanzen unterm Himmel Bogotás. So stellt man sich Miami Vice Parties vor. Unglaublich schöne Frauen. Also, UNGLAUBLICH schöne Frauen. Getanzt bis wir rausgekehrt wurden. Perfekte Nacht. Also, bis wir realisiert hatten was wir eigentlich an der Bar ausgegeben hatten. Immer noch Schwierigkeiten mit dem Umrechnungskurs. Aber denkt man ja „so teuer kann das doch in Kolumbien nicht sein“. Haha, falsch gedacht. Ein kleiner Wodka 5 Euro. Und davon hatten wir echt ein paar..

Hier noch ein Zitat aus unserem etwas konservativen Reiseführer „Kolumbien“ von Ingolf Bruckner: „Der Kolumbien-Reisende schützt sich in dem er sich nicht wie ein Tourist kleidet, sondern wie ein normaler Bürger. (…) Er kleidet sich auch nicht zu abgerissen, denn ´Hippies´ erregen oft die Aufmerksamkeit von Drogendealern und Polizei. (…) Polizeirazzien in Hotels, insbesondere Hippie-Absteigen, finden statt.“

Grüße aus Kolumbien.
Hasta luego,
euer KRAFTKLUB


So sieht das hier halt auf den Dächern von Universitäten aus..


Steffen und Felix am Waffelstand. Der Typ links hat es eilig.


Der attraktive Schlagzeuger hängt mit Kühen ab. Ääh, Yeah!


Soundcheck-Sonnenuntergang. Bogotá BummBumm!


Security mit Pferdeschwanz.


“Spitzenklasse”


Autogramme mit Widmungen schreiben. Und nie die Namen verstehen.

Tag 11 - Berlin

Wir müssen echt aufpassen, dass wir jetzt nicht zu sentimental werden. Dieser Samstag in Berlin. Huii. Da werden wir noch oft drüber reden, schätzen wir mal. 

Der Reihe nach: Angekommen in Berlin. Steffen konnte sich kaum auf den dürren Staksen halten, so verkatert war der. Die vergangene Nacht in Dresden forderte ihren Tribut. Den anderen gings nicht besser. Plus Schnappatmung beim Anblick der riesigen Halle.
Zum Glück dann Soundcheck mit Maxim und Benni. Die zwei ja total Columbiahallen erfahren, da wollten wir nicht uncool rumquieken wie aufgeregt wir sind. 

Für die lustige Maxim-Geschichte muss man bisschen weiter ausholen. Auf dem Splash! vergangenen Jahres sind K.I.Z. als Headliner aufgetreten. Beim ersten Song sind drei Doubles der Jungs auf die Bühne gegangen. Felix war eines davon. Voll Mühe gegeben, extra die Haare abrasiert. Er ist dann den restlichen Sommer optisch wahlweise wie ein Chemo-Patient oder Fußball-Hooligan rumgelaufen. 
Jedenfalls war nun die Zeit gekommen für Revanche. Maxim hatte sich seit einem viertel Jahr die Haare nicht mehr gekürzt. Oder nur an den Seiten. Und sah optisch wahlweise aus wie Ryan Gosling oder eben wie Felix von Kraftklub. Haha. Statt Felix stand also Maxim im Intro auf der Bühne und hat die erste Strophe von Ritalin/Medikinet gerappt..
Die Illusion war SO gut, dass den Witz anscheinend niemand bemerkt hat. Also, weder bei Facebook noch sonstwo hat irgendjemand darauf Bezug genommen. 

Der Auftritt war… tja, wie soll man sagen? Also, es war gigantisch. Gigantisch groß. Knapp 4000 Menschen. Haufenweise lustige Sachen passiert. Felix ist über sitzende Menschen gestagedived. Und natürlich sein Salto von der Tribüne, Yeah! Und Casper hat seinen Part gerappt auf Songs für Liam. Nie so viele Mädchen kreischen gehört. Und ganz generell, unfassbar abgefahrenes Konzert. Manmanman… Berlin! 

Achso, den Witz mit “ich dachte ihr wolltet hier nicht hin”, haben wir an dem Abend ungefähr dreitausend mal gehört. 

Durch den Auftritt alle dann ordentlich auf körpereigenen Naturdrogen gewesen. Ab auf die Aftershow-Party. Im Comet-Club. Die Jungs von Landstreicher hatten sich voll Mühe gegeben. Die Dekoration war wie im Atomino in Chemnitz. An der Bar gabs Gisela und Kernspaltung, wie im Atomino. Und als Überraschungs-Highlight haben sogar Discoteque Tandem aufgelegt. Wie im Atomino. Da standen wir echt mit offenen Mündern da. 
Und voll wars, kein rankommen an die Bar. Wir aber übelst Schnaps-Durst. Sind dann kurzerhand zum Späti und haben uns dort Vodka gekauft. Schnaps reinschmuggeln auf der eigenen Aftershow-Party. Trotz Getränke-Marken. Trottel-Level! Aber hat funktioniert. 
Alle im Glückseligkeits-Rausch. Die ganzen Freunde aus Chemnitz waren mit da, die Freunde aus Berlin auch. Hach. Das war echt schön. Früh halb Sieben sind wir dann rausgekehrt worden. Alle noch Pizza gegessen. Valle von The World Domination hat auf dem Nachhause Weg noch eine Anzeige wegen Beamten-Beleidigung kassiert. Wir haben uns noch kurz an die Spree gesetzt und versucht die Ereignisse der letzten Wochen zu rekapitulieren. Hat nicht funktioniert.. 

Das war also die Tour. Wie gesagt, nicht zu sentimental werden. Es war unglaublich. Danke an Suralin und The World Domination. Danke an alle aus unserer Crew. Im Herbst gehts weiter mit der Mit K - Tour. Dazwischen Festivals. Wir hoffen, wir sehen uns da. 

Ach, und Gold gegangen sind wir irgendwie in diesem ganzen Durcheinander auch noch. Wuhuuuu!

Der Vollständigkeitshalber jetzt die versprochene Top3: 
BERLIN 5.5.
DRESDEN 14.4.
KÖLN 23.4.


Suchbild


Till mit Helm und Lidschatten.


Gruppenbild mit The World Domination und einem doppelten Lottchen.
Und Valle versucht die KK-Hände. Äh.. glauben wir.


Benni mit Peng-Peng-Pose.


Wunderbares Plakat. Hat auch noch eine Karte ergattert.


Max´ Perspektive. 

Tag 10 - Dresden

GENAU SO stellen wir uns den kommenden Sommer vor. Die Woche über im Freibad liegen. Mit Freunden grillen. Und ganz generell abgängstern plus nix tun.
Und dann am Wochenende wieder in den Sprinter. Die Popel-Bande macht einen Ausflug. 

Also ab nach Dresden. Spitzen Wetter. Sehr warm, was sich später noch rächen sollte..
Eines der heißesten Konzerte. Wörtlich. Auf der Bühne ist Felix fast umgekippt. Mit schwarz vor den Augen werden und so. Malt aber zur Stelle mit kalten, nassen Handtüchern. Der Gute. Die Mädchen aus den ersten Reihen hatten leider keinen Malt und wurden Eine nach der Anderen rausgetragen. Wir hoffen, denen gehts wieder gut. Wir finden jeder sollte einen Malt haben. MALTS FÜR ALLE!

Ganz viele Kumpels haben uns besucht. Und Familie auch. Nachts sind wir noch alle auf eine Party von einem Skateboard-Shop gegangen. In einem alten Pumpwerk direkt an der Elbe. Voll abgefahren. Der Dj hat eine ganz verstörende Mischung gespielt. Jeden Song nur gefühlte 15 Sekunden, dann den nächste rein. Eben noch Lil Wayne, dann Papa Roach und plötzlich ein Skrillex Remix.
War aber irgendwie auch ganz geil so. Wie immer, wenn man mit guten Freunden unterwegs ist. Und betrunken waren wir dann auch. Muss man ja sagen. Huii. 

Und dadurch, dass wir keinen Buscall hatten, sondern im Hotel geschlafen haben, konnten wir auch mal wieder richtig lange machen. Was sich dann am nächsten Tag rächen sollte.. 


Dresden ist ja schon ganz schön.


Schweiß an Schweiß. Hrmmm..


Karl wechselt Saiten sexy.

Tag 8 bis 9 - Köln

Doppelshow. Mit einem Tag Pause zwischendrin. Juhuu.
Der erste Auftritt am Samstag begann ja quasi mit der Meisterschaft des BVB. Felix hat es mal wieder auf die schmerzliche Tour lernen müssen: Das Thema Fußball in Zwischenansagen. Keine gute Idee. Völlig egal wie man sich dazu äußert. Spielt keine Rolle wie diplomatisch man an die Sache rangeht. Irgendwann fliegen Gegenstände.. 
Unabhängig davon, mega Konzert. Wie immer in Köln eigentlich. Diesmal nur bisschen größer. Inklusive Stargästen. Sogar die Security total nett. Das Publikum richtig gut drauf. Eigentlich nur getoppt vom Folge-Konzert. Aber dazu später. 

Valerian, der sibirische Vollblut-Frontman der Vorgruppe, hat in seinen Geburtstag reingefeiert. 25 Jahre alt geworden. Oder 35? Na, jedenfalls schon vor um Zwölf betrunken. Haben trotzdem versucht ihn in den ersten Club des Abends reinzuschleusen. “Valle, du MUSST dich jetzt zusammenreißen!” Unsere dilettantische, unauffällig-stützen-Taktik natürlich sofort aufgeflogen. Das geübte Auge des Türstehers nicht überlistbar. “Ihr könnt alle reingehen, außer der da.” Valles schlagfertige Antwort: “Dann renn ich eben rein!” In Zeitlupe. Hat nicht funktioniert. Der Türsteher fand es auch nur halb-witzig. Haben Valerian dann in den Nightliner schlafen gelegt. 
Wir hingegen hatten dann plötzlich einen zusätzlichen Zauber-Stempel auf dem Handrücken. Verantwortlich dafür, wie so oft, wenn es um Alkohol geht: Speedy. Unsere gute Freundin aus Karl-Marx-Stadt. Die Zauberkraft des Stemples: kostenlose Getränke! Der Ring aus Mittelerde ein Witz dagegen. Übliche Eskalation und Liebes-Schwüre unter Männern. Ein glanzvoller Abend. 

All die geschmiedeten Offday-Pläne dadurch natürlich hinfällig. Sorry an den Kölner Dom. Stattdessen den ganzen Tag verkatert in den Hotelbetten rumgelümmelt. Gerüchten zufolge war Max mal ganz kurz an der frischen Luft, um Apfelschorle zu kaufen. So genau wissen wir das aber nicht mehr.

Tags darauf Die zweite Show in der Live Music Hall. Generell gilt ja immer die Regel, dass so Montagskonzerte eher abstinken gegen Samstags-Shows. Aber Pustekuchen. Das Publikum der zweiten Köln-Show war vollkommen ebenbürtig. Wenn nicht sogar noch bisschen krasser. Huiuiui. 

So, wir verbringen jetzt paar Offdays in Chemnitz. Lecken unsere Wunden. Dann sind wir wieder fit bis zum 4.5. in Dresden. Und dann großes Finale am 5.5. in Berlin. 


Das schönste Fan-Geschenk. Personalisierte Muffins. 


Anke Engelke besucht uns. Und nimmt schnell die Brille ab fürs Foto.


Felix, Till und Karl. In mysteriöser Mission.


Party-Monster Valerian. Frontmann der Gruppe The World Domination. 

Tag 7 - Karlsruhe

Alter. Das war eine verrückte Nacht. 
Erst unser Auftritt im Substage. Wieder mit Dezibel-Begrenzung. Unsere Lösung: Schweigeminuten für den Durchschnitt und Daumen zeigen statt zu jubeln. Hat super funktioniert. War aber irgendwie schräg. Publikum total abgegangen beim Song, danach nahezu Stille. 

Dann wollten wir in einen Studenten-Club namens “Carambolage”. Hatte uns die Casper-Bande empfohlen. Till und Felix hatten die spitzen Idee mit den drei Jungs von The World Domination erst mal ins Hotel einzuchecken um dann gemeinsam in den Club zu gehen. Leider Rezeption schon dicht. Kein rankommen. Beinahe noch Schlägerei mit Nachbarn wegen Versuch über den Hinterhof einzusteigen. 
Ewig gesucht nach Ersatz-Hotel. Immer die Angst im Nacken wieder nüchtern zu werden. Gerade so schnapp ab das Schlimmste verhindert. Rettender Schnaps an der Bar. 

Und dann ist irgendwie alles außer Kontrolle geraten. 
Heute Morgen schummrige Erinnerungen: Hübsche Mädchen, literweise Sambuka und ein riesiger Transvestit. Abendrekord beim Box-Automat. Verfolgungsjagd auf kaputten Fahrrädern. Im Morgengrauen in den Bus gekrochen. Heute Krankenhaus. Stefan hat eine gebrochene Hand. SO! MUSS! DAS! SEIN! 


Daumen in Karlsruhe


Felix entspannt auf Händen und macht Gangsterzeichen. 


The World Domination und Antonio Banderas


Stefan Smithers. Frisch aus dem Krankenhaus. Gut gelaunt, wie immer.